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Was unsere Gefäße krank macht und wie wir dem vorbeugen können

Die Gesundheit unserer Blutgefäße wird oft unterschätzt. Sie sind eher stille Akteure, solange sie ihre Funktion uneingeschränkt ausüben können. Dabei haben sie dauerhaft Dienst und versorgen unsere Zellen mit der notwendigsten aller Flüssigkeiten: Blut. Deshalb ist es so wichtig, dass unsere Blutgefäße gesund sind. Die gute Nachricht: Es gibt ein paar Dinge, mit denen wir unsere Gefäße stärken können.

Warum werden unsere Blutgefäße manchmal krank?

Jede Zelle und jedes Organ in unserem Körper hat seine spezifische Aufgabe. Fällt ein „Hebel“ dieses Systems aus, macht sich das meist durch Beschwerden bemerkbar, die unser allgemeines Wohlbefinden einschränken. Nicht anders ist es bei unseren Blutgefäßen. Gefäßerkrankungen haben unterschiedliche Ursachen. Im Allgemeinen können aber bestimmte Risiken die Gesundheit unserer Blutgefäße negativ beeinflussen:

  • Rauchen: Der Genuss von Zigaretten gehört zu den Faktoren, die die Blutgefäße am stärksten angreifen und verändern. Neueste Studien zeigen, dass schon bei jugendlichen Rauchern Gefäßveränderungen festgestellt werden können.
  • Stress: Wer ständigem Stress ausgesetzt ist, wird auf Dauer krank. Auch auf die Blutgefäße können sich Hektik und Co. negativ auswirken. Stress steigert vor allem die Wahrscheinlichkeit, dass sich Plaque in den Gefäßwänden anlagert.
  • Bewegungsmangel: Wer sich wenig bewegt, neigt zu Übergewicht. Und dieses wiederum steigert das Risiko für Diabetes. Diese zwei Risikofaktoren zusammengenommen sind echte Feinde für unsere Gefäße. Wer außerdem zuviel und zu lange sitzt, erschwert den Rücktransport des Blutes aus den unteren Gliedmaßen zum Herzen. Bemerkbar macht sich das zum Beispiel durch schwere Beine.
  • Diabetes: Die sogenannte „Zuckerkrankheit“ geht einher mit einem hohen Cholesterinspiegel. Und Cholesterin ist pures Gift für unsere Gefäße. Dieses kann sich nämlich aus dem Blut in die Gefäßwände der Arterien einlagern und zu Arteriosklerose führen.
  • Alter: Mit zunehmendem Alter werden unsere Gefäße anfälliger für Erkrankungen. Das ist kein Wunder: Schließlich bringen sie jeden Tag Höchstleistungen.
  • Genetik: Die Ursache für eine Gefäßerkrankung kann aber auch eine genetische Vorbelastung sein. Manche Menschen neigen also „von Natur aus“ eher dazu als andere.

Tipps zur Gefäßstärkung

Rund 100.000 Kilometer Blutgefäße laufen durch unseren Körper. Wir leben mit und vor allem dank ihnen. Starke Blutgefäße sind die Voraussetzung dafür, dass unsere Zellen mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Mit folgenden Tipps kann jeder seine Gefäße stärken:

  • Risikofaktoren vermeiden: Wer auf Nikotin verzichtet und Stress reduziert, minimiert das Risiko für Gefäßerkrankungen.
  • Sport: Es muss nicht gleich Leistungssport sein. Schon ein langer Spaziergang pro Tag im schnellen Schritt fördert die Durchblutung und wirkt sich nicht nur positiv auf unsere Gefäße, sondern auch auf unser Gemüt aus.
  • Schlafen: Nur wenn unser Köper genug Ruhe für Regenerationsphasen bekommt, kann er sich gut gegen Infekte und Co. verteidigen. Gerade Infekte stehen in enger Verbindung mit späteren Gefäßerkrankungen.
  • Lachen: Es klingt vielleicht etwas komisch, aber Lachen wird nachgesagt, die Blutgefäße zu erweitern. Zudem soll es eine cholesterinsenkende Wirkung haben.
  • Übungen: Mit einem speziellen Training können vor allem die Blutgefäße in Füßen und Beinen gestärkt werden. Eine gute Übung ist zum Beispiel, die Füße aus dem Sprunggelenk heraus kreisen lassen – und das in beide Richtungen.
  • Ernährung: Zuviel Zucker vermeiden und vor allem zu frischem Obst und Gemüse greifen.

Essen für gesunde Gefäße

Eigentlich wissen wir es schon lange: Mit einer ausgewogenen Ernährung unterstützen wir unsere Gesundheit. Warum sollte das in Bezug auf die Blutgefäße anders sein? Als natürliche Feinde gelten Fett und Zucker, die bei zu hohem Konsum auch Probleme im Hinblick auf unsere Gefäßgesundheit verursachen können. Unsere Blutgefäße freuen sich vielmehr über leichte, fettreduzierte und zuckerarme Speisen. Aber nicht nur das: Frisches Obst und Gemüse sind echtes Kraftfutter für unseren Körper. Studien haben außerdem gezeigt, dass sogenannte Anthocyane die Gesundheit der Blutgefäße unterstützen können. Diese sekundären Pflanzenstoffe stecken vor allem in dunklen Beeren wie zum Beispiel wildwachsenden Heidelbeeren oder Schwarzen Johannisbeeren. Die in den Sommerfrüchten enthaltenen Anthocyane gelten in Norwegen seit Jahren als Geheimtipp, wenn es um die Erhaltung der normalen Funktion unserer Blutgefäße geht. Sie können den Blutkreislauf sowie die Elastizität nachweislich unterstützen.

Kann man Gefäßerkrankungen heilen?

Nicht alle Gefäßerkrankungen sind irreparabel. Unsere Medizin ist heute soweit, dass sich beispielsweise Arterienverkalkungen und Thrombose gut behandeln lassen. Wichtig ist aber, dass diese frühzeitig erkannt und entsprechende Therapien schnell eingeleitet werden. Noch besser ist es natürlich, mit einem gesunden Lebensstil und dem Minimieren von Risikofaktoren der Entstehung von Gefäßerkrankungen erst gar keine Chance zu geben.

Über die Autorinnen

Dr. Laura Headley

Dr. Laura Headley ist Ernährungswissenschaftlerin bei der Evonik Nutrition & Care GmbH mit Sitz in Darmstadt. Laura ist seit über 15 Jahren Ernährungswissenschaftlerin. Laura begann ihre Karriere als klinische Ernährungsberaterin im NHS (UK) und promovierte an der Universität von Surrey, Guildford, UK, im Bereich der menschlichen Ernährung und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Fabienne Leonard

Fabiennes Herz schlägt für gute Geschichten. Ihr Antrieb ist die Leidenschaft, mit Worten Bilder zu kreieren. Auch in ihrer Freizeit beschäftigt sie sich gerne kreativ – man findet sie meistens zwischen Kochtöpfen und Pflanzen, lesend am Meer oder bastelnd im Kinderzimmer. Sonntags bringt sie immer beerenstarke Pancakes auf den Frühstückstisch, die in ihrer kleinen Familie geliebte Tradition sind.