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Wenn etwas aus der Bahn läuft

Warum gesunde Blutgefäße so wichtig sind

Von unseren Blutgefäßen bekommen wir eigentlich nicht viel mit – so lange sie gesund sind. Unser Körper regelt den Blutfluss und die Blutversorgung von alleine, wir müssen dafür nicht selbst aktiv werden. Aber was passiert, wenn Hindernisse die Bahnen unseres Blutes blockieren oder es zu Engstellen kommt? Dann passiert mit unserem Blut dasselbe wie mit einem Zug, der nicht zur Endstation gelangen kann: höchste Zeit, „SOS“ zu melden!

Was passiert, wenn unsere Blutgefäße krank werden?

Bahn frei – Das ist das Beste für unsere Durchblutung. Denn so lange diese geregelt läuft, fühlen wir uns fit und munter. Kann das Blut aber nicht mehr ungehindert in alle Zellen und Organe unseres Körpers fließen, wirkt sich das negativ auf unser Wohlbefinden aus. Verengen sich unsere Blutgefäße beispielsweise, funktioniert der Sauerstofftransport über das Blut hinter dieser „Engstelle“ nicht mehr richtig. Aber diese Sauerstoffversorgung ist lebensnotwendig für jede Zelle in unserem Körper. Man kann sich nun gut vorstellen, was passiert, wenn einzelne Blutgefäße komplett verengt sind: Dann sterben die Zellen ab, zu denen kein Sauerstofftransport mehr möglich ist. Besonders gefährlich ist das für die Blutgefäße, die zum Herzen oder dem Gehirn führen. Aber auch eine zu starke Dehnung der Blutgefäße ist auf Dauer schädlich, denn auch hier droht der geregelte Transport aus der Bahn zu laufen.

Erweiterte Venen: Krampfadern

Sie machen sich nicht nur innen, sondern auch außen bemerkbar: Krampfadern. Diese treten vorwiegend an den Beinen auf, wobei Frauen häufiger davon betroffen sind als Männer. Bei Krampfadern – oder „Varizen“ (lat. für „Knoten“) wie es der Mediziner nennt – handelt es sich um dauerhaft erweiterte Venen. Erweiterte Venen sind eine Folge von defekten Venenklappen. Denn wenn sich diese nicht mehr vollständig schließen, fließt das Blut statt zurück zum Herzen der Schwerkraft folgend fußwärts. Das ist eine enorme Belastung für die Gefäßwand und führt auf Dauer zur Dehnung. Krampfadern sind nicht allein ein kosmetisches Problem, sie machen sich zunächst durch schwere und müde Beine bemerkbar und können zu einer chronischen Erkrankung führen.

Gefäßverengung: Thrombose

Durch unseren Körper fließen täglich etwa 10.000 Liter Blut – ungehindert, wenn die Blutgefäße intakt und gesund sind. Doch wie jedes System kann auch unserem Körper mal ein Missgeschick passieren – und es bildet sich ein Blutgerinnsel zur falschen Zeit am falschen Ort. Tritt dieser Fall ein, steht das Blut „im Stau“: Eine Thrombose liegt vor. Bei diesem Krankheitsbild handelt es sich also kurz gesagt um eine Verengung der Blutgefäße, die durch ein Blutgerinnsel hervorgerufen wird. Eine Thrombose ist ernstzunehmen, denn sie kann sich auf zwei Arten auswirken:

  1. Das Gerinnsel („Thrombus“) verengt das Gefäß und stoppt die Blutzufuhr zu einem Organ oder Körperteil. Wird dieses nicht mehr ausreichend versorgt, droht es abzusterben.
  2. Das Gerinnsel „wandert“ mit dem Blutstrom mit. Im schlimmsten Fall kommt es dann bei den kleinsten Kapillargefäßen an, durch die es nicht hindurchpasst – beispielsweise den feinen Verästelungen der Lunge, des Herzens oder des Gehirns. Daraus können eine Lungenembolie, ein Herzinfarkt bzw. ein Schlaganfall resultieren.

Ablagerung in der Gefäßwand: Arterienverkalkung

Es ist, wie es ist – und erst mal auch normal: Mit zunehmenden Alter werden auch unsere Blutgefäße anfälliger für Ablagerungen an der Gefäßwand. Bei einer „Arteriosklerose“ lagern sich Fette und Kalk an den Innenwänden der Arterien ab und verhärten diese – sie werden dadurch weniger elastisch. Zudem verengen sie die Arterien, sodass der Bluttransport erschwert wird. Es kommt zu einer Unterversorgung oder sogar zu einer Unterbrechung des Blutflusses in einzelnen Organen wie Herz oder Gehirn, die einen Infarkt oder einen Schlaganfall zur Folge haben können. Wie genau es zu Arteriosklerose kommt, ist bis heute ungeklärt. Als besonders anfällig gelten Menschen mit zu hohem Blutdruck oder Diabetes. Lässt sich die Arteriosklerose nicht mehr medikamentös behandeln, können Ärzte das betroffene Blutgefäß operativ mit einem Ballonkatheter weiten und ein gitterförmiges Gebilde – den sogenannten „Stent“ – einsetzen.

Wie kann man der Gefäßalterung entgegenwirken?

Jeder Mensch wird älter – und mit ihm auch seine Blutgefäße. Mit einem gesunden Lebensstil kann man der Gefäßalterung aber deutlich entgegenwirken. Dazu zählt neben sportlicher Aktivität insbesondere eine ausgewogene Ernährung. Auch Anthocyane, die zum Beispiel in dunklen Heidelbeeren vorkommen, können ebenfalls zur Gesundheit unserer Blutgefäße beitragen. Viele Studien haben gezeigt, dass Anthocyane den Blutkreislauf und die Elastizität der Kapillargefäße unterstützen können. Übrigens: Rauchen ist – neben erhöhtem Blutdruck und erhöhtem Cholesterin – einer der größten Risikofaktoren für Durchblutungsstörungen und andere Gefäßerkrankungen.

Über die Autorinnen

Dr. Laura Headley

Dr. Laura Headley ist Ernährungswissenschaftlerin bei der Evonik Nutrition & Care GmbH mit Sitz in Darmstadt. Laura ist seit über 15 Jahren Ernährungswissenschaftlerin. Laura begann ihre Karriere als klinische Ernährungsberaterin im NHS (UK) und promovierte an der Universität von Surrey, Guildford, UK, im Bereich der menschlichen Ernährung und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Fabienne Leonard

Fabiennes Herz schlägt für gute Geschichten. Ihr Antrieb ist die Leidenschaft, mit Worten Bilder zu kreieren. Auch in ihrer Freizeit beschäftigt sie sich gerne kreativ – man findet sie meistens zwischen Kochtöpfen und Pflanzen, lesend am Meer oder bastelnd im Kinderzimmer. Sonntags bringt sie immer beerenstarke Pancakes auf den Frühstückstisch, die in ihrer kleinen Familie geliebte Tradition sind.